
Firmen-Fotoshooting: So bereitest du Team und Standort vor
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- Fotografie
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Ein Firmen-Shooting improvisiert man nicht am selben Tag. Hier steht, was vorher zu klären ist, damit die Zeit mit dem Fotografen nicht verpufft.
Foto: Szabo Viktor / Unsplash
Es passiert oft: Das Unternehmen beschließt, die Website oder das LinkedIn-Profil zu überarbeiten, bucht einen Fotografen – und am Morgen des Shootings stellt sich heraus, dass niemand weiß, was er anziehen soll, das Büro voller Kartons steht und der Geschäftsführer eine Besprechung hat, die sich um eine Stunde verschiebt. Ergebnis: Die Hälfte der bezahlten Zeit geht drauf, um Dinge zu regeln, die man vorher hätte regeln können. Ein gut vorbereitetes Firmen-Shooting kostet nicht mehr. Es kostet nur ein bisschen Organisation in den Tagen davor.
Vorher entscheiden, was gebraucht wird – nicht währenddessen
Der erste Schritt ist nicht, den Fotografen anzurufen. Es ist die Frage: Wofür werden diese Fotos gebraucht? Website, LinkedIn, Broschüre, Besprechungsraum, Pressemitteilungen. Jede Verwendung braucht andere Bildausschnitte – ein Porträt für LinkedIn ist hochformatig und eng, ein Foto für den Header der Website ist querformatig und braucht leeren Raum für den Text.
Daraus entsteht die Shooting-Liste: eine mit dem Fotografen geteilte Aufstellung, was fotografiert wird, wo, in welcher Reihenfolge und mit welchen Mitteln. Das ist keine Bürokratie. Es verhindert, dass man nach dem Shooting merkt, dass das Foto der Rezeption oder das vom kompletten Team fehlt. Eine vorher schriftlich festgelegte Shooting-Liste zwingt das Unternehmen auch dazu, wirklich zu entscheiden, was es will – statt es dem Fotografen im Moment zu überlassen.
In die Shooting-Liste gehören auch ein paar Referenzfotos: online gefundene Bilder, die den gewünschten Stil zeigen, hell oder dunkel, formell oder locker. Das hilft mehr als tausend Worte, um zu erklären, was man im Kopf hat.
Das Team vorbereiten: Timing, Kleidung, Auftreten
Die Mitarbeiter müssen frühzeitig informiert werden, nicht am Tag davor. Es braucht Zeit, um die Garderobe zu organisieren, die Termine derjenigen abzustimmen, die dabei sein müssen, und die Information auch zu jenen zu bringen, die im Schichtbetrieb oder auf der Baustelle arbeiten und vielleicht nur einmal pro Woche die Firmen-Mail checken. Zwei Wochen Vorlauf sind ein vernünftiger Puffer, damit man am Ende niemandem hinterherlaufen muss.
Für den Zeitplan des Tages funktioniert fast immer eine einfache Regel: Zuerst Geschäftsführung und Führungskräfte fotografieren. Sie haben die vollsten Terminkalender und das größte Risiko, mitten am Vormittag wegen eines unerwarteten Anrufs weg zu müssen. Verschiebt sich ihr Termin, verschiebt sich der ganze Tagesablauf.
Bei der Kleidung gibt es wenige, aber wichtige Hinweise, die man explizit geben muss – denn jeder versteht unter "gut angezogen" etwas anderes:
- satte, nicht zu grelle Farben, keine engen Muster oder schmalen Streifen, die auf Fotos "flimmern"
- Stimmigkeit mit dem Bild, das das Unternehmen vermitteln will – nicht zwangsläufig für alle ein Sakko
- keine auffälligen Logos anderer Marken, auch nicht unabsichtlich
- ein Ersatzoutfit griffbereit, falls in letzter Minute Flecken oder Falten auftauchen
Beim Auftreten vor der Kamera gilt eine kontraintuitive Regel: Ein Lächeln über beide Ohren wirkt oft weniger professionell als ein halbes Lächeln mit präsentem Blick. Man muss das den Leuten nicht als starre Regel mitteilen – es reicht, wenn der Fotograf es während der Aufnahme steuert, zum Beispiel indem er die Person kurz vorher sprechen lässt, statt nur "Lächeln!" zu rufen.
Professionelle Fotos gemischt mit Handy-Selfies auf derselben Team-Seite fallen sofort auf – und zwar negativ. Es gibt nur eine Lösung: Das ganze Team in derselben Session fotografieren, mit demselben Fotografen und demselben Hintergrund.
Den Standort vorbereiten: Ordnung, keine Sterilität
Der Standort muss nicht in ein steriles Fotostudio verwandelt werden. Er muss einfach aufgeräumt werden: Schreibtische ohne verstreute Papiere, Flure ohne Kartons, Besprechungsräume mit ausgerichteten Stühlen. Das Ziel ist nicht, zu verbergen, dass dort gearbeitet wird – im Gegenteil, echte Tätigkeit im Gange, mit natürlichem Licht durch die Fenster, macht das Foto oft glaubwürdiger als eine künstliche Pose. Es reicht, wenn das "Echte" auch vorzeigbar ist.
Auch das gesamte Personal muss informiert werden, nicht nur diejenigen, die direkt fotografiert werden. Zu wissen, dass ein Fotograf im Gebäude unterwegs ist, verhindert überraschte oder genervte Gesichter im Hintergrund und gibt jenen, die nicht abgelichtet werden möchten, die Möglichkeit, sich entsprechend zu organisieren.
Bei der Uhrzeit lohnt es sich, die Phasen zu wählen, in denen der Standort gleichzeitig lebendig und ordentlich ist: oft der Vormittag, wenn das natürliche Licht gut ist und die Arbeit schon läuft, aber noch nicht das Chaos nach der Mittagspause herrscht. Sind Außenaufnahmen geplant oder hängt das Shooting sonst vom Tageslicht ab, braucht es auch einen Plan B fürs Wetter: einen alternativen Innenraum oder einen Ausweichtermin, vorher festgelegt und nicht erst erfunden, wenn es regnet.
Warum es sich lohnt, das richtig zu machen
Das ist kein rein ästhetisches Detail. LinkedIn-Profile mit einem professionellen Foto erhalten deutlich mehr Aufrufe als solche mit Amateurfotos oder ganz ohne Foto, und das Vertrauen, das Menschen einem Unternehmen entgegenbringen, das sein Team mit gepflegten Fotos zeigt, ist messbar höher als bei Unternehmen, die das nicht tun. Diese Zahlen stammen aus anderen Kontexten als dem eines Südtiroler KMU, aber die Richtung ist eindeutig: Sorgfalt bei Bildern sieht man – und ihr Fehlen auch.
Dasselbe gilt für die Firmenwebsite. Wer die Website eines Lieferanten, Partners oder potenziellen Kunden besucht, erkennt schnell den Unterschied zwischen einem Stockfoto und einem echten Foto des Unternehmens. Ersteres ist unsichtbar, man scrollt daran vorbei, ohne es zu bemerken. Letzteres sagt etwas Wahres über den Ort, über die Menschen, über die Art, wie dort gearbeitet wird – und das bleibt hängen.
Für Teams, die über mehrere Standorte verteilt sind oder schnell wachsen, kombinieren manche Unternehmen heute das klassische Shooting mit schnelleren Lösungen für einzelne Mitarbeiterporträts. Aber für Team-, Raum- und Alltagsfotos gibt es keine Abkürzung: Man muss hingehen, mit echtem Licht und echten Menschen.
Kurz zusammengefasst
Ob ein Firmen-Shooting gelingt, entscheidet sich, bevor die Kamera angeht: in der Liste dessen, was gebraucht wird, in der rechtzeitigen Information der Mitarbeiter, in der Ordnung am Standort, im Plan B für Unvorhergesehenes. Der Rest – der Blick des Fotografen, das Licht, der Bildausschnitt – ist seine Aufgabe. Aber wenn Team und Standort bereit sind, bringt diese Arbeit deutlich mehr.
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